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Die E-Gitarre, kurz fĂŒr elektrische Gitarre, ist ein Musikinstrument basierend auf elektrischer Tonabnahme. Im Gegensatz zu einer akustischen Gitarre, welche auf Basis der Schallabstrahlung eines durch die oszillierende Saite in Schwingung versetzten akustischen Klangkörper funktioniert, besitzt die E-Gitarre einen vollstĂ€ndig oder teilweise massiven Holzkörper. Die Tonerzeugung geschieht hier elektrisch ĂŒber magnetische oder piezoelektrische Tonabnehmer, deren Ausgangssignal verstĂ€rkt und ĂŒber Lautsprechen in Schall umgewandelt wird.
Ăber die Jahrzehnte haben sich in verschiedenen Musik-Genres E-Gitarren von bestimmten Bauarten (und auch Marken) etabliert, teilweise sogar einzelne Modelle. Am Markt gibt es eine endlose Anzahl von Marken, Typen und Modellen. Da stellt sich die Frage: Wie unterschiedlich klingen die Gitarren wirklich? Und welche Faktoren vom Spieler oder der Gitarre selbst beeinflussen den Klang?
Um diese Fragen zu klĂ€ren, wurden mit professionellen Gitarristen und einer breiten Auswahl an Gitarren eine Reihe von Versuchen durchgefĂŒhrt. Dabei wurde untersucht, wie sich die Gitarren selbst klanglich voneinander unterscheiden, welchen Einfluss die Spielweise und evtl. verĂ€nderte Plektren haben und wie auch die verwendeten Kabel den Klang beeinflussen können. DarĂŒber hinaus wurde auch der Einfluss der verwendeten Mikrofone fĂŒr die Aufnahme des VerstĂ€rkers untersucht sowie die Positionierung dieser Mikrofone vor dem VerstĂ€rker. Die Vorgehensweise und Ergebnisse sind in den Unterseiten dokumentiert.
Die E-Gitarre
Fender Stratocaster Die E-Gitarre besteht zumeist im wesentlichen aus einem mehr oder minder massiven Korpus und einem Hals aus Holz mit einem Griffbrett, 6 Saiten, ggf. einem Vibratosystem, Drehreglern und Tonabnehmern.
Bauart Die meisten E-Gitarren haben einen massiven Korpus aus Holz sie werden deswegen als Vollholz (solid-body) Gitarre bezeichnet. Das Holz kann dabei in alle möglichen Formen und GröĂen geschnitzt sein. Es werden oft hochwertige Hölzer fĂŒr den Bau der E-Gitarre verwendet, auch wenn die klanglichen Eigenschaften des Holzes keine wesentliche Relevanz fĂŒr den Sound einer E-Gitarre mit massivem Korpus besitzt.
Es gibt auch sogenannte halbakustische E-Gitarren mit einen teilweise oder im Ganzen hohlen Korpus. Oft findet man hier ein oder zwei (zumeist) F-förmige "Schall-Ăffnungen" - wobei die Schallabstrahlung hier keine signifikante Bedeutung hat.
Typen Den heutigen Markt fĂŒr solid-body Gitarren teilen sich hauptsĂ€chlich drei E-Gitarren-Typen (und eine unĂŒberschaubare Anzahl von Nachfolgern, Signature Editions, Abwandlungen und Nachbauten von anderen Firmen) auf: die Fender Telecaster, die Fender Stratocaster und die Gibson Les Paul.
Die Fender Telecaster wurde um 1950 von Leo Fender gebaut und war die erste kommerziell erfolgreiche E-Gitarre. Als Konkurrenzprodukt entwickelte Gibson 1952 die Les Paul Gitarre. 1954 wurde ihr Erfolg ĂŒbertroffen, als die Fender Stratocaster auf den Markt kam.
Halbakustische Gitarren gibt es seit den 1930er Jahren (die ersten elektrischen Gitarren waren akustische Gitarren mit zusÀtzlich montiertem elektromagnischem Tonabnehmer. Besonders bekannte Vertreter dieses Typs wurden von Gibson etabliert: ES-175, ES-335, ES-5; auch hier gibt es unzÀhlige Nachbauten und Abwandlungen von vielen Firmen.
Tonabnehmer Es gibt grundsÀtzlich zwei verschieden Typen der Tonabnehmer: "Single Coil" und "Humbucker".
Ein Single Coil Tonabnehmer besteht aus einer einzigen Spule, die um einen oder mehrere Dauermagneten gewickelt ist bzw. sich in dessen Magnetfeld befindet. Die Saitenschwingung ĂŒber diesem Tonabnehmer Ă€ndert das Magnetfeld im Takt mit der Schwingung und induziert so eine Wechselspannung mit der Frequenz der Schwingung der Saite. Typische Vertreter dieses Tonabnehmer-Typs finden sich historisch vor allem auf Fender Telecaster und Stratocaster Gitarren, aber auch auf verschiedenen Gibson Modellen.
Ein Humbucker (auch Brummkompensations-Spulen)-Tonabnehmer besteht aus zwei gegenlĂ€ufig gewickelten Spulen unter der Saite, durch die entgegengesetzt orientierte Magnetfelder fliessen. Die Saitenschwingung induziert so in den Spulen Spannungen umgekehrter PolaritĂ€t, durch die inverse Wicklung geschieht dann eine phasenrichtige Addition der von der Saite generierten Spannungen. Externe Störfelder ("Brummen") hingegen werden subtrahiert und idealerweise völlig unterdrĂŒckt. Dieser Tonabnehmer-Typ wurde historisch vor allem in Gibson Les Paul und ES Gitarren verbaut.
Die von elektromagnetischen Tonabnehmern erzeugte Spannung liegt typischerweise im Bereich von 50 mV bis 1 V.
Die Fender Stratocaster, siehe das Bild rechts, hat als Tonabnehmer drei Single-Coils verbaut. Die Positionen dieser Tonabnehmer heiĂen Neck, Middle und Bridge. Der Neck Tonabnehmer ist direkt am Hals positioniert.
Schalter und Drehknöpfe Um den Klang oder die LautstÀrke zu verÀndern, können E-Gitarren mehrere Schalter und Drehknöpfe haben.
Der Tonabnehmerwahlschalter ermöglicht es, einzelne Tonabnehmer auszuwĂ€hlen oder Kombinationen aus Tonabnehmern zu wĂ€hlen. Dies ermöglicht zum Beispiel bei der Fender Stratocaster fĂŒnf mögliche Konfigurationen der drei Tonabnehmer:
Neck
Zwischenposition Neck und Middle
Middle
Zwischenposition Middle und Bridge
Bridge
Bei den Zwischenpositionen können die jeweils zwei beteiligten Tonabnehmer sinngemÀà wie ein Humbucker wirken.
Bei einer Gitarre mit zwei Humbucker Tonabnehmern sind 3 Konfigurationen möglich:
Neck
Neck und Bridge
Bridge
ZusĂ€tzlich gibt es noch einen oder mehrere Regler fĂŒr die GesamtlautstĂ€rke des Instruments oder die LautstĂ€rke der einzelnen Tonabnehmer, sowie einen oder mehrere "Tone"-Drehregler, der eine Tiefpass-Funktion besitzt und die elektrische Resonanz der elektromagnetischen Tonabnehmer beeinflusst ( -> Einfluss von Gitarrenkabeln).
VerstĂ€rker Motivation bei der Entwicklung von E-Gitarren war es, die elektrischen Signale zu verstĂ€rken, damit die Gitarre im Band-Kontext ausreichend laut ist. Diese VerstĂ€rkung geschieht mit dem GitarrenverstĂ€rker (engl. Amplifier, Kurzform "Amp") und einer daran angeschlossenen Lautsprecherbox. Beides existiert auch als sogenannter Combo-VerstĂ€rker in einem GerĂ€t vereint. Interessanterweise werden bis zum heutigen Tage VerstĂ€rker mit Elektronenröhren (engl. tube) von vielen Gitarristen bevorzugt. Auch auf dem VerstĂ€rker-Markt sind die Auswahl und die Kombinationsmöglichkeiten schier endlos. Als historische MarktfĂŒhrer können die Produkte der Firmen Fender und Marshall genannt werden, genreabhĂ€ngig werden auch andere Marken bevorzugt. Alle VerstĂ€rker-Sounds können im Zeitalter von digitalen Signalprozessoren (DSP) sehr realitĂ€tsnah emuliert werden.
Ein interessanter Aspekt bei GitarrenverstÀrkern ist die Tatsache, dass (z.T. ganz erhebliche) nichtlineare Verzerrungen eine wichtige Rolle in der Klangbildung spielen.
Effekte EffektgerÀte, die erhebliche und sehr verschiedenen Aspekte der Klangformung abdecken, werden oft von Gitarristen in den Signalweg zwischen Gitarrenausgang und VerstÀrker-Eingang eingebunden. Oft finden sich eine ganze Anzahl solcher GerÀte sequenziell verschaltet; dies geschieht mit sogenannten Patch-Kabeln (kurzen Instrumentenkabeln).
Verschiedene Versuche
In Aufnahme-Sessions mit professionellen Gitarristen wurden unter kontrollierten Bedingungen mehrere praxisnahe Tonaufnahmen getÀtigt.
In einem Gitarren-Vergleich wurde der Einfluss der jeweiligen Gitarre auf den Sound untersucht. Alle anderen Parameter wurden möglichst nicht verĂ€ndert. Durch die VerĂ€nderung der Stellung des Tonabnehmer-Wahlschalters wurden fĂŒr jede Gitarre und jedes Genre mindestens 3 Aufnahmen gemacht.
Die Spielweise ist ein sehr wichtiger, aber nicht technisch sehr schwer messbarer Einfluss auf den Klang einer E-Gitarre. Umso wichtiger ist der akustische Vergleich anhand von Tonaufnahmen. Der Einfluss durch Spielweise wird in diesem Unterkapitel beleuchtet.
Bei dem Plektrum-Vergleich wurde unterschieden, welchen klanglichen Einfluss die Wahl des Plektrums macht. Dabei wurde auf verschiedene Rundungen und StÀrken der Plektren geachtet.
Zur SignalĂŒbertragung zwischen Gitarre und VerstĂ€rker wird ein Instrumentenkabel benutzt. Die LĂ€nge dieses Kabels ĂŒbt Einfluss auf den Sound, der am Lautsprecherausgang zu hören ist, aus. Dieser Test beschreibt den Einfluss von Gitarrenkabeln.
Gitarrenlautsprecher haben durch ihren unregelmĂ€Ăigen Frequenzgang einen erheblichen Einfluss auf den Klang. Statt Signale zum Aufnehmen direkt am VerstĂ€rkerausgang abzugreifen (wie beim E-Bass durchaus ĂŒblich), werden Mikrofone benutzt, die vor der Lautsprechermembran positioniert werden. So kann dem Beitrag des Lautsprechers zum Klang Rechnung getragen werden. Die Wahl der Mikrofone wird in diesem Mikrofonvergleich (E-Gitarre) beschrieben.